Häufige Fragen

Haben Sie Fragen zur Deutzer Autofreiheit?

Was ist mit Lieferverkehr, wie soll das klappen?

Lieferverkehr haben wir natürlich nicht vergessen und in unser Konzept mit eingeplant. Unser Vorschlag ist die Lieferung im Zeitraum von 6 – 10 Uhr. Wir als InitiatorInnen der Deutzer Autofreiheit sind eine Bürgerinitiative, die einen Antrag mit Ideen einbringt. Die konkrete Umsetzung wird bei positiver Abstimmung über den Antrag dann von der Stadt und zuständigen VerkehrsplanerInnen organisiert.

Wo sollen die Autos hin, die auf den Parkplätzen stehen?

Aktuell gibt es auf der Deutzer Freiheit ca. 100 Parkplätze, die dann nicht mehr zur Verfügung stehen. Ausweichen müssen die AutofahrerInnen in andere Straßen oder die Parkhäuser. Hier entsteht natürlich mehr Parkdruck. Unser Ziel und unsere Hoffnung ist es aber, dass in der Folge mehr Menschen ganz auf das Auto verzichten und zu Fuß, per Rad oder ÖPNV die Deutzer Freiheit besuchen.

Wie ist das für die AnwohnerInnen in den Seitenstraßen? Habt ihr daran gedacht?

Wir haben im Rahmen unseres Verkehrsvorschlags natürlich auch die Seitenstraßen nicht undiskutiert und unberücksichtigt gelassen: Unser Vorschlag sieht vor, dass die AnwohnerInnen die Deutzer Freiheit queren können, damit sie weiterhin die Parkplätze der Seitenstraßen nutzen können. Oder anders formuliert: In unserem Plan ist in den angrenzenden Seitenstraßen nur Anwohnerparken erlaubt.

Alle Autos weg? Wirklich?

Es ist erstaunlich, dass Debatten rund um eine notwendige Mobilitätswende häufig extrem hitzig geführt werden. Uns als Deutzer BürgerInnen ist es wichtig, dass die Deutzer Freiheit ein Wohlfühlort mit hoher Aufenthaltsqualität, guter Luft und ausreichend Raum für alle wird.

Parkende Autos und Autoverkehr müssen an dieser Stelle eingeschränkt oder komplett ausgeschlossen werden, da ihre Nutzung nicht im Verhältnis steht zu dem Raum, dem Lärm und der Luftverschmutzung, die damit einhergeht.

Selbstverständlich wissen wir, dass nicht von heute auf morgen alle Autos aus der Stadt verschwinden. Wir möchten allerdings damit anfangen, öffentlichen Raum wieder fair zu verteilen und Mobilität für alle Menschen sicher und angenehm zu machen.

Bei bisherigen Diskussionen und Gesprächen waren sich eigentlich alle in einem Punkt einig: Die Deutzer Freiheit bietet nicht genügend Aufenthaltsqualität – hier muss sich etwas ändern.

In dem von uns angedachten Verkehrsversuch haben wir alle in Deutz die Möglichkeit, diese Veränderung auszuprobieren.

Was ist denn mit Rettungsfahrzeugen?

Wie in jeder Straße Deutschlands muss die Zufahrt für Rettungsfahrzeuge auch auf der Deutzer Freiheit gegeben sein. Das ist gesetzlich festgeschrieben, dennoch möchten wir hier noch einmal darauf hinweisen.

Beispiele aus anderen Städten oder Stadtteilen lassen sich doch aber gar nicht auf Deutz übertragen, oder?

Natürlich ist praktisch jede Straße auf dieser Welt einzigartig – das sollte uns jedoch nicht davon abhalten, uns Inspirationen von ähnlichen und besonderen Praxisbeispielen zu holen.

Es ist schwer vorstellbar, wie wir Menschen uns entwickelt hätten, wenn wir immer nur auf die Erfahrungswerte unserer direkten Umgebung vertraut und nie über den Tellerrand geschaut hätten.

Das Gute ist: es gibt inzwischen unzählige positive Beispiele für lebendige, menschenfreundliche Straßen- und Stadtgestaltung. Wir freuen uns, wie viele Ideen wir hieraus schöpfen können, um diese dann an unsere eigene Lebensumgebung – Deutz – anzupassen.

Welche ähnlichen Projekte und Initiativen gibt es in Köln?

In Köln tut sich etwas …

Auf der Deutzer Freiheit gibt es doch ganz andere Probleme – warum sollen dann ausgerechnet die Autos weg?

Häufig hat ein Problem nicht nur eine Ursache und die Entfernung von Autos aus dem öffentlichen Raum wird auch nicht automatisch dazu führen, dass plötzlich ein verändertes Lebensgefühl auf der Deutzer Freiheit herrscht.

Die faire Verteilung von öffentlichem Raum ist der erste wichtige Schritt, Orte mit hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen.

Wird sich der Verkehr nicht in die übrigen Nebenstraßen verlagern?

Es ist möglich, dass sich ein Teil des Verkehrs in andere Straßen verlagert. Es ist aber auch wahrscheinlich, dass z.B. viele Autofahrer, die heute die Deutzer Freiheit nutzen, dann den Deutzer Kern umfahren.

Das Verhalten aller Verkehrsteilnehmer in der geänderten Situation lässt sich jedoch nicht genau vorhersagen – wir streben auch deshalb zunächst einen zeitlich begrenzten Versuch an. Es wird Teil der Evaluation durch die Stadtverwaltung sein, sich verändernde Verkehrsströme im Stadtteil zu beobachten und – wenn nötig – darauf zu reagieren. Solche “Nachbesserungen” an Verkehrsführung und Beschilderung sind zum Beispiel in der Zülpicher Straße vorgenommen worden.

Was mach ich, wenn plötzlich keine KundInnen mehr kommen, da sie nicht mit dem Auto bis vor die Tür fahren können?

Die Stellung des Einzelhandels ist stärker herausgefordert durch die Verlagerung auf den Online-Handel, Discounter und große Handelsketten sowie ein grundsätzlich verändertes Kaufverhalten als durch den Wegfall einiger Kunden, die nicht mehr mit dem Auto vorfahren können.

Umgekehrt sehen wir viel Potenzial für den Handel in einer Straße mit mehr Aufenthaltsqualität. Denn die wichtigsten KundInnen für den Einzelhandel sind die AnwohnerInnen, und diese kommen eher zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Das bestätigt auch unsere (nicht statistisch repräsentative) Verkehrszählung, die wir an einem Samstag Vormittag durchgeführt haben:

diagramm_verkehrsverteilung, nicht repräsentative Umfrage in Köln-Deutz

Gibt es Studien zum Thema Umsatz & Autofahrer?

“Im Kern bestätigen alle Studien, dass 80% des Umsatzes vom lokalen Einzelhandel nicht von Autofahrern stammt, sondern von Menschen zu Fuß, auf dem Rad oder aus Bus und Bahn. Diese Erkenntnis mutet zunächst komisch an, da doch der Autofahrer die größeren Scheine da lässt. Tut der auch, nur kommen die Fußgänger, Radfahrer und ÖPNV-Kunden öfters vorbei, so dass am Ende des Monats nur ein Fünftel in der Ladenkasse den Autofahrer-Kunden zuzurechnen ist.”

(Quelle: https://www.clevere-staedte.de/projekt/f%C3%BCr-den-verband-deutscher-verkehrsunternehmen-umweltverbund-bringt-einzelhandelsumsatz)

Vor über 30 Jahren hat es nicht geklappt – was sollte sich geändert haben?

Die kurzzeitige Umwandlung der Deutzer Freiheit in den 1980er Jahre fand unter gänzlich anderen Bedingungen statt: Wir haben heute eine deutlich höhere Verkehrsdichte und damit auch spürbar mehr Luft-, Klima- und Lärmbelastung als damals. Die damalige Sperrung für den Autoverkehr, die schlecht moderiert war,  wurde bereits nach wenigen Wochen abgebrochen, auf Betreiben der Geschäftsleute der Deutzer Freiheit – dies war übrigens die Gründungsstunde der IG Deutz.

Wir glauben, dass die Rahmenbedingungen heute ganz andere sind und der Veränderungsdruck wie auch die Chancen viel größer sind.

Wie viel (Auto-) Freiheit wünschen Sie sich / wünscht ihr euch für die Deutzer Freiheit?

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